Aussendung Februar ’17

Servus Austrianer!

Ein neues Jahr ist angebrochen und wir melden uns hiermit pünktlich zum Start einer hoffentlich erfolgreichen Frühjahrssaison wieder zurück aus einer langen Winterpause. Eine Pause, in welcher unsere Gruppe zum Jahreswechsel leider auch mit weniger positiven Neuigkeiten konfrontiert wurde. Wir möchten euch demnach über Gegebenheiten in Kenntnis setzen, die uns in den letzten Wochen beschäftigt haben und euch unsere Sicht der Dinge darlegen, damit ihr unsere weitere Vorgehensweise besser verstehen respektive nachvollziehen könnt. Hierfür ist es erforderlich, ein bereits (vermeintlich) abgeschlossenes Kapitel aufzuschlagen und zurückzublicken:

Aufgrund eines Vorfalls im Zuge eines Auswärtsspiels unserer Wiener Austria im Jahr 2015 wurden wir als Gruppe sowie auch Einzelpersonen als Täter beziehungsweise Schuldige identifiziert und infolgedessen mit diversen (hohen) Geldstrafen, aber auch Stadionverboten bestraft. All diese Konsequenzen wurden unsererseits schuldbewusst akzeptiert, bezahlt und/oder abgesessen.
Doch damit nicht genug! Vor einigen Wochen gab es in unseren Reihen ein böses Erwachen, als abermals eine Einzelperson unserer Gruppe mit einer Regressforderung seitens des Vereins kontaktiert wurde. Von einer Strafe in Höhe von €5.000,-, welche die Bundesliga der Austria in Rechnung stellt, wurden €1.500,- von besagter Person eingefordert. Ein Angebot unsererseits, die gesamte Summe des Regresses an ein Kinderspital zu spenden, lehnten die zuständigen Mitarbeiter des Vereins postwendend ab, ehe prompt eine Gehaltspfändung, der betroffenen Person eingeleitet und durchgesetzt wurde, was wiederum eine erhöhte Strafsumme bedeutete.

KAI2000 steht zu Aktionen der Gruppe – KAI2000 bekennt sich zu Fehlern der Gruppe. Jedoch können wir Mehrfachbestrafungen und Pauschalverurteilungen nicht länger hinnehmen. Insbesondere dann nicht, wenn die Kommunikation zwischen Fans und Verein ausschließlich per „Stille Post“ erfolgt. Vereinsverantwortliche in Führungspositionen sowie Entscheidungsträger, wie beispielsweise Markus Kraetschmer, sind für uns ausschließlich über sogenannte Dritte zu erreichen. Man hat es von Seiten unserer Wiener Austria (nach mehrmaligen Anfragen!) in der gesamten Winterpause verabsäumt, einen gemeinsamen Gesprächstermin anzusetzen und nicht zuletzt erteilte man der fast schon „traditionellen“ Fanklubleitersitzung bis dato eine Absage.

Wir, die Jungs von KAI2000, sind als Gruppe neuerlich für die angeordnete Strafe aufgekommen und stehen dafür gerade. Eine derartige Form von Sanktionen ist allerdings leider auch in Zukunft durchaus denkbar. Dabei kann es jeden treffen – auch einzelne Personen, womöglich ohne (finanziellen) Rückhalt. Wir haben uns in der Zwischenzeit juristisch informiert und sind für ähnliche Fälle gewappnet. Aus diesem Grund ist es uns ein Anliegen zu betonen, dass sich betroffene Personen jederzeit mit uns in Verbindung setzen können und sollen, wir stehen gerne mit gutem Rat zur Seite. Sei es in punkto Geldstrafen, Stadionverboten, Regressforderungen oder sonstigem. Darüber hinaus werden wir per sofort eine Spendenbox einrichten und diese bei unserer Verkaufsplatte positionieren, um all jenen, die unser Anliegen unterstützen möchten, diese Möglichkeit zu bieten. Die Spendeneinnahmen sind ausschließlich zur finanziellen Unterstützung betroffener Personen, die sich an uns wenden, vorgesehen. Für uns ist dies keine Selbstverständlichkeit und jeglicher Zweifel stößt bei uns auf Verständnis, wenngleich wir euch inständig bitten, uns euer Vertrauen zu schenken. Sollten die eingenommenen Spenden bis zum Ende der diesjährigen Saison erfreulicherweise nicht beansprucht werden (müssen), behalten wir uns vor, diese als Startkapital für ein soziales Engagement beziehungsweise für die Organisation einer Aktion, die allen Veilchen zu Gute kommt, zu verwenden.

Abschließend gilt es aus unserer Sicht festzuhalten, dass wir die angesprochene Thematik und die damit verbundenen negativen Umstände als Anstoß sehen, mit Elan einen positiven Blick in die Zukunft zu werfen. Gerade jetzt ist es von großer Bedeutung, näher zusammenzurücken und die schwierige Zeit im Happel-Oval zu überbrücken, ehe wir gemeinsam in unsere neue, alte Heimstätte zurück übersiedeln. Um die vielzitierte Austria-Familie samt ihrer Fankultur zu erhalten, bedarf es eines guten Zusammenhalts innerhalb einer intakten Fanszene, die dieselben Absichten verfolgt: Unsere Mannschaft bestmöglich zu unterstützen. Dies ist auch im Sinne unserer Gruppe, weshalb wir zudem eine Anlaufstelle für alle Interessierten darstellen möchten. Solltet ihr etwaige Fragen, Ideen oder Anregungen hinsichtlich des Stadionbesuchs haben, zögert nicht und fragt bei unserer Verkaufsplatte nach einer Ansprechperson. Gemeinsam für Austria Wien!

VON FANS – FÜR FANS!

KAI2000, Februar 2017

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Kennzeichnungspflicht für Polizisten

Eine gemeinsame Forderung der österreichischen Fußballfanszene

 

Polizisten sollen nicht länger inkognito bleiben dürfen, denn die österreichische Polizei bricht immer wieder Gesetze, ohne dafür belangt werden zu können. Vor allem wir Fußballfans sind einer zunehmenden Willkür seitens der Polizei ausgesetzt. Ob in Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck oder anderswo: Polizisten überschreiten ihre Befugnisse und brechen im Schutz der Anonymität Menschenrechte. Um dem entgegentreten zu können, muss jeder Beamte an der Uniform klar sichtbar gekennzeichnet werden.

Fans haben jahrelang negative Erfahrungen mit Polizeieinsätzen gemacht. Überwachung und Repression haben ein beklemmendes Ausmaß angenommen; wir erleben ein stetiges Aufrüsten und beinahe jährlich werden die Befugnisse der Polizei ausgeweitet. Spätestens seit den Jahren vor der Europameisterschaft 2008 sind Polizeieinsätze bei Fußballspielen für sicherheitspolitische Experimente zur Bekämpfung zivilgesellschaftlicher Freiräume missbraucht worden. Das führt immer wieder zu vermeidbaren Eskalationen. Schon die unverhältnismäßig hohe Polizeipräsenz und das martialische Auftreten von geschlossenen Einheiten wirken immer bedrohlicher. Das mindert die Attraktivität des Spielbesuchs und trägt auch zu sinkenden Zuschauerzahlen bei. Zusätzlich leistet die tendenziöse Pressearbeit der Polizei einer Skandalisierung Vorschub, die von sensationsgierigen Medien dankend aufgenommen wird.

Die größte Gefahr im Rahmen von Fußballspielen Gewalt zu erfahren, besteht unbestritten im Zusammenhang mit der Polizei. Erfahrungsgemäß kann es dabei jeden treffen, da sich die Polizeimaßnahmen nicht nur gegen Einzelne, sondern immer wieder gegen ganze Gruppen richten. Sehr häufig kommt es dabei zu Körperverletzungen durch Polizisten und nicht selten werden einzelne Opfer – um Polizeigewalt nachträglich zu legitimieren – auch noch gerichtlich verfolgt. Demgegenüber bleibt der Staat bei rechtswidriger Gewalt, Misshandlung und Diskriminierung durch Beamte so gut wie immer tatenlos. Menschenrechtsverletzungen dürfen nicht länger ungesühnt bleiben, nur weil uniformierte, teilweise sogar vermummte Täter nicht identifiziert werden können oder Ermittlungen durch die Behörden verhindert werden.

Österreich ist eines der wenigen Länder innerhalb der EU, in dem überhaupt keine Kennzeichnung vorgesehen ist. In fast allen europäischen Ländern besteht längst in irgendeiner Form eine Kennzeichnungspflicht.

Innerhalb der Polizei ist der Korpsgeist besonders stark ausgeprägt, weshalb es umso wichtiger ist, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Bürger endlich eine Kontrollmöglichkeit haben. Das Vertrauen in die Polizei ist bei vielen Menschen auf einem Tiefpunkt angelangt, was nicht zuletzt an der fehlenden Transparenz der ausführenden Organe liegt.

Es kann keine Kompromisse geben: Eine deutlich sichtbare Kennzeichnung von Beamten ist durch nichts zu ersetzen, besonders nicht, wie seitens der Exekutive behauptet, durch Bodycams.

Wir sind überzeugt, dass eine eindeutige Kennzeichnung einzelner Beamter im Einsatz ihr Fehlverhalten eindämmen wird. Sobald Polizisten auch mit Konsequenzen rechnen müssen, überlegen sie sich rechtswidrige Handlungen in der Öffentlichkeit vermutlich zweimal.

Es gibt keine Gerechtigkeit, solange die Staatsgewalt gegen Gesetze verstoßen kann, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Alle demokratischen Kräfte müssen danach trachten, endlich ein Mindestmaß an Transparenz herzustellen. Jeder Polizist muss jederzeit identifizierbar sein!

Wir laden sämtliche Fußballfans und die gesamte österreichische Zivilgesellschaft dazu ein, diese Forderung zu unterstützen. Alle politischen Entscheidungsträger sind dazu aufgefordert, schnellstmöglich eine verpflichtende Kennzeichnung von Polizeibeamten umzusetzen.

Block West Rapid Wien – Curva Viola Austria Salzburg – Fanszene Altach – Fanszene Blau Weiß Linz – Fanszene Ried – First Vienna Football Club 1894 Supporters – Freund_innen der Friedhofstribüne – Nordkurve Sturm Graz – Nordtribüne Austria Lustenau – Osttribüne Austria Wien -Südtribüne Steyr – Tivoli Nord Wacker Innsbruck – Fanszene Linzer ASK – Wolfbrigade Sankt Pölten

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